Forex Euro/USD

Bundeskanzlerin Merkel gab Anfang der Woche ein gelungenes Statement zum Thema Banken ab, denn sie kritisierte, dass sich „Banken derzeit verhalten, wie die Kaltblüter im Winter – sie bewegen sich nicht”. Diese Ironie bezog sich auf die aktuellen Tendenzen bei der Kreditvergabe gegenüber den deutschen Unternehmen. Neukreditanträge unter rund 1.200 repräsentativ ausgewählten Unternehmen brachten das Ergebnis, dass Neuanträge bzw. Kreditverlängerungen mit inzwischen auf sechs Prozent angestiegenen Ablehnungen von bisher vier Prozent anstiegen. Dabei sind gerade mittelgroße Unternehmen von diesen Ablehnungen betroffen, die insgesamt mehr als 1.000 Beschäftigte haben sowie auch die Kleinunternehmen. Und das, obwohl sie als die Stützen der Wirtschaft betrachtet werden können – auch oder gerade in Zeiten der Finanzkrise. Durch die zögerliche Kreditvergabe wird nicht nur die Projekt- und Auftragsfinanzierung erschwert, auch die befürchtete Rezession kann so natürlich nicht abgefangen werden und auch dem Devisen Markt tun solche Entscheidungen nicht wirklich gut. In den USA wird da ganz anders gehandelt. Die Regierung wartet nicht, sondern handelt entschlossen. Der Kreditmarkt wird dort in Zusammenarbeit mit der Fed angekurbelt und den Banken werden per Soforthilfeprogramm insgesamt 800 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt. Privatbanken bekommen von der FED neue Kredite gewährt, wobei die Bonität wohl eher eine untergeordnete Rolle spielt bei den Kreditvergaben. Neben Konsumentenkrediten sind es die Autofinanzierungen und die Hypothekenkredite, die dann als neu geschnürte Pakete die Konjunktur ankurbeln sollen. Das Verbrauchervertrauen der US-Bürger wird somit gestärkt und die Bürger sind sich sicher, dass die Regierung sie in Zeiten wirtschaftlicher Probleme nicht im Regen stehen lässt. Auch der Aktien- sowie der Devisenmarkt zeigten Folgereaktionen und der Dow-Jones-Future konnte gestern früh klar erkennbare Kursgewinne verzeichnen und die Währungspaare USD/JPY und EUR/USD konnten über den Umweg der Carry-Trades mit gewinnen. Auch wenn der Dow-Jones im Laufe des Handels seine Anfangsgewinne wieder abgeben musste, aber der unbebrochene Widerstand bei 1.2950 als Rückenstärkung brachte dem EUR/USD ein Tageshoch, das bei 1.3080 lag. Die Kursentwicklung steht hier wirklich in Frage, wird aber von den wirtschaftlichen Entscheidungen in den USA sowie in Europa, die derzeit sehr konträr laufen, maßgeblich beeinflusst.

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