Der Euro gewinnt weiter Aufwind

Der Euro konnte am vergangenen Handelstag mit 1.2985 US-Dollar eröffnen, nachdem der europäische Handel am Vortag bereits einen Höchstkurs bei 1.3080 markieren konnte. Gegenüber dem Yen stellt sich der Dollar aktuell auf 94.90. Die sogenannten Carry-Trades haben insgesamt eher an Boden verloren. Die Kombination Euro – Yen notierte am vergangenen Handelstag bei 123.25, während die Paarung Euro – Franken bei 1.5450 oszillierte. Die Schlagzeilen des Handels wurden am Vortag durch die Fed angeführt, denn die US-Zentralbank hat Kreditprogramm in Höhe von 800 Milliarden Dollar initialisiert, damit eine verbesserte Kreditvergabe für Konsumenten implementiert werden kann. Der Finanzmarkt war sowohl von der Maßnahme als auch dem Volumen dieser mehr als überrascht. Bei der Asset-Backed Loan Facility steht ein Volumen von insgesamt rund 200 Milliarden Dollar zur Verfügung, die für Verbraucherkredite, Studentenkredite, Mittelstandsdarlehen sowie Autokredite zur Verfügung stehen. Von Fannie und Freddie wird die Fed Schuldverschreibungen in einem Volumen von insgesamt 100 Milliarden Dollar erwerben, damit die Liquidität am Hypothekenmarkt optimiert werden kann. Neben dieser Maßnahme sollen weiterhin von Fannie und Freddie 500 Milliarden US-Dollar MBS-Strukturen zur Optimierung der Liquidität erworben werden. Insgesamt zeigt sich das Programm sehr umfassen. Die Funktionalität der Kreditvergabe wird durch die Wirkung dieses Programms wesentlich positiv beeinflusst, denn die Refi-Bedingungen werden sich verbessern und somit auch den notwendigen unterstützenden Einfluss auf die Wirtschaft ausüben. Allerdings kann sich das gesamte Programm dennoch nicht auf die angekratzte Bonität der Schuldner positiv auswirken. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitslosigkeit und der historisch bedingt hohen Verschuldung der Privathaushalte sind hier noch große Lücken bei Privatleuten vorhanden. Somit kann bedingt durch erhöhte Risikoaversion der Finanzinstitutionen nicht mit dem großen Wurf dieser Aktion zu rechnen sein. Allein die Tatsache, dass die Fed diese Maßnahmen für erforderlich hält, zeigt die Brisanz, die von der Krise in den USA ausgeht. Auch in währungstechnischer Hinsicht überzeugt die Aufblähung der Bilanz der Fed, die sich sowohl in den vergangenen Monaten ergab und die sich auch in die künftigen Monate hineinzieht, nicht wirklich. Hier kann vermutet werden, dass die Maßnahmen nicht das Ergebnis einer wirklich durchdachten und soliden Planung sind. Eher kann von Notfallmaßnahmen in Folge gesprochen werden. So liegt die Vermutung nahe, dass das Tempo der getroffenen Maßnahmen nicht von der Fed bestimmt wird, sondern dass eher die Umstände die Fed zu Maßnahmen zwingen, was allerdings aktuell in der Tat dringend notwendig ist. Allerdings lassen sich Investoren so nicht überzeugen und schon überhaupt nicht beruhigen, was auch keine Unterstützung für den Dollar mit sich bringt. Während all dieser Neuigkeiten aus der Devisenwelt ist Barack Obama damit beschäftigt, ein Regierungsteam zusammenzustellen, das sich auch in den Medien als die Essenz der nationalen Kompetenz erweist und Parteigrenzen spielen dabei keine rolle mehr. Hier zeigen sich wirklich lobenswerte Ansätze, die auch für Europa sowie Deutschland als Vorbild dienen könnten, denn nicht die Parteizugehörigkeit, sondern die Kompetenz sind in der Politik entscheiden und genau mit dieser Einstellung kann Obama vielleicht psychologisch den Dollar unterstützen. Die Bundesbank rechnet mit dem Tiefpunkt der aktuellen Wirtschaftskrise aber erst im Jahr 2009 und erneute Zinssenkungen werden hier als optimales Mittel betrachtet. Durchgängig aktuell eher negativ geprägte Nachrichten aus den USA ergeben eine Tendenz, die den Euro aktuell gegenüber dem Dollar favorisiert.

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