Der Dax rutscht und die Bankenaktien brechen richtig ein

Der frühe Handel des Tages zeigt einen negativen Verlauf. Der Dax ist schon da deutlich unter die 4.400-Marke gerutscht, obwohl der Anfang des Jahres die 5.000-Marke schon sprengen konnte. Die Finanzwerte erregen in diesem Zusammenhang natürlich große Aufmerksamkeit, denn die Verunsicherung, die nun herrscht, wird durch die Ängste unterstützt, die hinsichtlich der weiteren Entwicklungen im Bankensektor noch zu erwarten sind. Und auch die Europäische Zentralbank schürt derzeit die Sorge, denn hier werden Entscheidungen über die weitere Entwicklung der Leitzinssätze erwartet.

Insgesamt ist der Anblick der Kurstafel in Frankfurt wirklich nicht gerade erhebend zur Zeit.

Anleger sorgen sich vor weiteren Hiobsbotschaften, die aus der Finanzbranche noch eintreffen könnten und die dem Aktienmarkt dann auch am Donnerstag noch eine intensive Talfahrt bescheren könnten. Der Dax nahm jedenfalls eine Drehung – und die ging dann nach den geringen Kursgewinnen am Anfang richtig in den Bereich des Minus. So war am Vormittag des vergangenen Tages schon ein Verlust von 1,5 Prozent zu verzeichnen gewesen und der Stand des Dax betrug danach 4.360 Punkte.

Richtig nervös ist man offenbar auch an der Wall Street, denn hier wird der Zwischenbericht der JP Morgan, dem aktuellen Sorgenkind und auch die Bekanntgabe der Zahlen der Citigroup erwartet, die zum Ende des letzten Jahres hin auch mächtig ins Schwimmen geraten war.

Insgesamt macht sich schon fast eine Panik breit – so kann man es zumindest in den Finanzblättern lesen. Und das vor dem Hintergrund, dass die Werte eine Zeitlang keine Vordergrundposition eingenommen hatten.

Europa wartet nun – und zwar auf die endgültige Entscheidung der Europäischen Zentralbank. Hier sind die Erwartungen schon dahingehend entwickelt, dass die Zinssenkung im Bereich von 0,5 Prozentpunkten ausfallen wird. Damit wäre dann ein aktueller Zinssatz bei zwei Prozent erreicht.

Die Postbank musste auch drastische Einbrüche hinnehmen. Die Aktien haben seit langer Zeit erstmalig einen Wert unter zehn Euro erreicht. Das war dann ein Minus von satten16,29 Prozent, der ein Rekordtief von seinerzeit 9,92 Prozent noch einmal kräftig toppte.

Eine Einigung zwischen Post und Deutsche Bank gab es am Vortag, bei der die Bedingungen für die Übernahme der Tochter der Post geklärt wurden. Analysten schätzen das Papier nun eher negativ ein. Seitens JP Morgan wurden diese Titel dann auf underweight eingestuft, nachdem sie zuvor noch als neutral gehandelt wurden. Das Kursziel wurde gekappt von seinerzeit 16,50 auf nunmehr 6,00 Euro. Die verhandelte Transaktion scheint negativ für die Aktionäre der Postbank auszufallen, denn der Anteilskauf fällt geringer aus, weil nämlich der Zeitraum für die zweite folgende Tranche deutlich verlängert wurde und auch eine erneute Kapitalerhöhung der Postbank nicht mehr ausgeschlossen scheint.

Bei der Hypo Real Estate werden offenbar weiterhin noch Verluste eingefahren. Da war teilweise ein Minus von zehn Prozent zu verzeichnen und der Preis für die Aktie lag zeitweise nur noch bei 1,85 Euro. Können Aktionäre bei der Hypo Real Estate überhaupt noch irgendetwas in Richtung positiver Entwicklungen erwarten?

Sollte der Staat wirklich eine Übernahme der Hypo Real Estate planen, dann kann man die Hoffnung auf positive Kursentwicklungen wohl getrost vergessen, so scheint es zumindest im Moment. Eine traurige Entwicklung, wenn man bedenkt, dass vor rund sechs Monaten die Hypo Real Estate Aktien noch einen Preis von rund 20 Euro hatten.

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