In der Nacht erholt sich der Euro leicht

Die europäische Gemeinschaftswährung konnte sich im Laufe des asiatisch dominierten Forex-Trades gegenüber dem Dollar und dem Japanischen Yen leicht erholen. Analysten bewerten die leichten Kursgewinne als reine Erholungsbewegung gegenüber der japanischen und der amerikanischen Landeswährung. Der Euro stand in den letzten Tagen unter erhöhtem Abgabedruck. Deshalb seien die gegenwärtigen Kursgewinne nicht zu überbewerten. Auch von einer Trendwende mag niemand zum derzeitigen Zeitpunkt sprechen, da der Handel momentan immer noch sehr dünn ist. Im Moment positionieren sich die Marktteilnehmer auf den Forex-Märkten und warten auf die Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am morgigen Donnerstag. Der Wert des Euros pendelte heute morgen beim Übergang in den europäisch geprägten Forex-Trade um die 1,33 Dollar Marke. Im frühen Handel notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,3294 Dollar. Der Dollar war 0,7521 Euro wert.

Eine Leitzinssenkung der Zentralbank steht nach Aussagen der meisten Marktbeobachter nichts mehr im Wege. So rechnen viele Analysten und Ökonomen bereits seit Tagen fest mit einer Senkung um mindestens 50 Basispunkte auf 2,00 Prozent, vor allem vor dem Hintergrund der dramatisch gefallenen Konjunktur im Euroraum. Allerdings gab sich die Führung der Europäischen Zentralbank in den letzten Tagen eher bedeckt und verzichtete auf Andeutungen über die mögliche Höhe einer Senkung der Zinsen im europäischen Währungsraum.

Hartnäckig halten sich aber weiterhin die Szenarien am Markt, die nur von einer Senkung von 25 Basispunkte ausgehen. Die Bank of England hatte letzte Woche ihre Leitzinsen auch nur um 50 Basispunkte gesenkt, obwohl die meisten Marktbeobachter von einer Reduktion von 75 Basispunkten ausgingen. Damit behielten sich die britischen Zentralbanker weitere Spielräume nach unten hin offen. Ein ähnliches Vorgehen wird daher auch bei der Entscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag erwartet, zumal eine weitere Leitzinssenkung die Renditemöglichkeiten gegenüber dem Dollar schwächt und der Euro unattraktiver für die Anleger werden könnte.

Im Euroraum stehen heute einige Konjunkturdaten an, die möglicherweise auf die Forex-Märkte Auswirkungen haben. Aus Deutschland wird heute die Jahreswachstumsrate des deutschen Bruttoinlandsprodukts für das Jahr 2008 erwartet. Vor dem Hintergrund der deutlich zurückgegangenen Industrieproduktion der deutschen Wirtschaft, gehen die Analysten davon aus, dass die Schätzung des durchschnittlichen deutschen Wirtschaftswachstums unter die Prognose von 1,4 Prozent fallen könnte. Weiterhin stehen im Verlauf des Tages die Zahlen zur Industrieproduktion im Euroraum an. Experten gehen davon aus, dass diese Konjunkturdaten schlechter als erwartet ausfallen könnten. Sollte dies der Fall sein, würde dies aus fundamentaler Sicht den Dollar stützen und den Euro wieder unter Abgabedruck setzen. Damit könnten die morgendlichen Gewinne aus dem asiatischen dominierten Forex-Trade im Verlauf des Handelstages wieder verloren gehen.

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