Erhöht die Finanzkrise den Reiz des Goldes noch stärker?

Der Reiz des Edelmetalls ist schon in wirtschaftlich guten Zeiten nicht zu unterschätzen. Können aber möglicherweise die Finanzkrise und deren Auswirkungen für die nächsten Jahre des Reiz des Goldes noch einmal deutlich erhöhen?

Tatsachen sind wohl, dass mittelfristig auf uns erhöhte Inflationsraten und auch eine weitere Abwertung des US-Dollar hereinbrechen werden. Das könnte zur Folge haben, dass die Unze Edelmetall dann letztlich eine Preissteigerung erfährt, die möglicherweise auch oberhalb der 1.000 US-Dollar angesiedelt sein könnte. Glaubt man Experten, dann könnte das schon zum Ende 2009 der übliche Preis für das Gold sein.

Im Moment ist es so, dass die deutsche Regierung ein Rettungspaket zusammenschnürt, das milliardenschwer ausfallen wird – angetrieben von den sich ständig verschlechternden Konjunkturdaten war das notwendig. Und auch in den USA dürfte nach der Vereidigung das Geldverteilen aus staatlicher Richtung beginnen – zum Beispiel in Form von Steuersenkungen, über die ja schon in den letzten Wochen ständig diskutiert wurde. Auch andere Staaten versuchen, mit Hilfe von Stützungsprogrammen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu reduzieren.

Zwar behaupten sowohl Politiker als auch Volkswirte, dass die derzeit beschrittenen Wege zur Rettung der Wirtschaft unumgänglich sind. Aber dass diese finanziellen Maßnahmen auf Pump finanziert werden, das dürfte inzwischen wohl auch jedem klar sein, der sich mit den aktuellen Nachrichten beschäftigt? Erwarten uns dann nach der Rettung aus dem Gewitter der Wirtschaftskrise gleich in der Folge starke Regengüsse, die sich dann in höheren Inflationsraten und auch starken Verwerfungen an den Devisenmärkten äußern?

Wer Sparer ist, sollte darüber schon jetzt nachdenken, soviel ist klar. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Gold dann aus diesen Entwicklungen profitiert, ist recht groß. Als Anlage kann Gold dann die optimale Variante sein, wenn sich die Auswirkungen der Finanzpakete schon mittelfristig zeigen.

Kaum jemand denkt wohl zur Zeit daran, dass die staatlichen Programme Folgekosten mit sich bringen. Die Welt ist in der Aufregung um die Wirtschaftskrise gefangen und händeringend wird auf Hilfsprogramme aus staatlicher Richtung gesetzt – und die wollen früher oder später bezahlt werden.

Die statistischen Effekte sind es, die uns diese Verdrängungstaktik vielleicht ein wenig ermöglichen, denn im Moment sind die Inflationsraten wirklich ausgesprochen niedrig und ein weiteres Sinken ist zu erwarten, weil eben im Vorjahr der Ölpreis sehr hoch war. Der Höchststand des Ölpreises lag im Juli und da waren es 150 US-Dollar, die pro Fass berappt werden mussten. Dieser Basiswert ist es zum Teil wohl auch, der aktuell die Gefahr der Deflation, also der sinkenden Preise, vermittelt. Die Staatsschulden werden dabei geschickt vergessen.

Die Wirtschaft könnte sich aber möglicherweise eher dahin entwickeln, dass die Inflation in den nächsten zwei bis drei Jahren einen deutlichen Anzug erlebt. Auch wenn die erwartete Beruhigung der Wirtschaft dann eintritt, können neue Probleme auf uns zukommen. Und die könnten dann vielleicht auch in der Verschuldung der Staaten liegen, die momentan noch einmal deutlich erhöht wird? Die Geldwertstabilität wäre damit aber in Gefahr.

Und dann könnte vielleicht das Gold noch reizvoller werden. Der Goldpreis erlebt schließlich schon weit 2001 einen deutlichen und kontinuierlichen Anstieg von 250 Dollar für die Feinunze, die 31,1 Gramm wiegt, auf über 1.000 US-Dollar, die im März 2008 verzeichnet werden konnten.

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