Euro erholt sich und gewinnt an Boden

Am Mittwochnachmittag zeigte sich die europäische Gemeinschaftswährung mit weiteren Gewinnen gegenüber dem Dollar. Das Erstarken des Euros am heutigen Tag erklären Analysten und Marktteilnehmer mit den schwachen Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt. Das Minus fiel im Dezember mit 693.000 Arbeitslosen mehr wesentlich schlechter aus als viele Beobachter erwartet. Arbeitsmarktexperten gingen von 515.000 gemeldeten Arbeitslosen aus. Der offizielle Bericht des amerikanischen Arbeitsministeriums wird am Freitag bekannt gegeben. Es wird ein weiterer Rückgang der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft erwartet. Die Experten gehen von einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf 500.000 auf diesem Teil des Arbeitsmarktes aus. Die Arbeitslosenquote wird vermutlich auf 7,0 Prozent steigen. Im November des vergangenen Jahres lag die Zahl der weggefallenden Arbeitsplätzen bei 533.000 Stellen.

Am Vormittag konnte der Euro von der Bekanntgabe des Sitzungsprotokolls der amerikanischen Notenbank Federal Reserve vom Dienstag profitieren. Auf ihrer Sitzung vom 15./16. Dezember sind die amerikanischen Zentralbanker davon ausgegangen, dass die Rezession der amerikanischen Wirtschaft auch im gesamten Jahr 2009 anhalten wird. Insgesamt gehen die Notenbanker von einem Schrumpfen der Wirtschaft aus. Die Bekanntgabe dieses Protokoll wirkte sich heute Vormittag positiv auf den Euro aus, da Investoren, verschreckt von den trüben Aussichten, vermehrt in die europäische Gemeinschaftswährung investierten.

Auf ihrer Sitzung Mitte Dezember stuften die Mitglieder des Offenmarktausschusses die Risiken für einen Abwärtstrend der amerikanischen Wirtschaft als erheblich und nicht zu unterschätzen ein. Erst für das folgende Jahr rechnen die Notenbanker wieder mit einem Zuwachs des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts über die sogenannte Potenzialrate.

Am Nachmittag wurde der Aufschwung des Euros ein wenig durch den Ölpreis gebremst. In den USA sind die Rohöllagerbestände im Vergleich zur vorhergehenden Woche deutlich angestiegen.

Im europäisch dominierten Forex-Trade dominierten auch heute die Daten der Europäischen Zentralbank über die stark gefallene Inflationsrate im europäischen Wirtschaftsraum. Die Teuerungsrate fiel mit 1,6 Prozent weit unter das selbst gesteckte Ziel von knapp zwei Prozent, um die Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Analysten gehen davon aus, dass sich nun der Druck auf die Europäische Zentralbank massiv erhöhen wird. Daher rechnen viele Marktteilnehmer damit, dass die Zentralbank am 15. Januar eine weitere Senkung des Leitzinsniveaus bekannt geben wird. Es wird mit einer Senkung um 50 Basispunkte von derzeit 2,50 auf 2,00 Prozent gerechnet. Einige Analysten gehen ebenfalls davon aus, dass nach dem 15. Januar noch weitere Schritte nach unten möglich wären.

Die Europäische Zentralbank hatte heute Mittag den Referenzkurs für die Währungspaarung EURUSD auf 1,3595 Dollar bzw. 0,7356 Euro festgelegt. Zum Vergleich lag der Referenzkurs vom Dienstag bei 1,3332 Dollar bzw. 0,7501 Euro. Eine Trendwende des Euros erwarten die Marktteilnehmer zur Zeit nicht. Die Aussichten für die europäische Konjunktur sind nicht gerade positiv. Es wird angenommen, dass der Euro nach der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am 15. Januar weiter sinken könnte. Die Forex-Märkte sind noch immer von dünner Liquidität und hoher Schwankungsanfälligkeit geprägt.

 

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