Die Rentenmärkte zeigen sich schwächer – der Euro befindet sich unter Druck

Die Investoren am Forex Marktes haben am ersten Montag des neuen Jahres auf die kurzfristige Erholung des Dollar gesetzt – damit wurde der Euro aber gedrückt und erreichte somit neue Tiefstwerte, die dann schließlich bei 1,36 Dollar ankamen.

Die Hoffnung auf den Dollar ergibt sich aus den Hoffnungen auf den neuen US-Präsidenten Barack Obama, der am 20. Januar in sein Amt eingeführt wird. Hier ist mit dem Amtsantritt von Obama auch gleichzeitig von Steuersenkungen die Rede, die sich für die Unternehmen und die Mittelschicht auf eine Summe von rund 310 Milliarden Dollar ergeben soll. Auch wenn die Planung einer Steuersenkung nun wirklich nicht zu den innovativen Lösungen gezählt werden kann, sind es aber nun immer neue Details, denen der künftige Präsident schon seinen persönlichen Stempel aufdrückt – und damit dem US-Dollar schon jetzt unter die Arme greifen.

Aber Tatsache ist, dass der Dollar Auftrieb aus der Tatsache bekommt, dass ein entsprechendes Paket – auch mit Steuersenkungen – die Risiken der Konjunktur in den USA deutlich mindert. Und das Ergebnis dieser Hoffnungen auf das neue Konjunkturpaket ist, dass der US-Dollar inzwischen zum Yen und Euro so hoch notiert, wie es seit Mitte Dezember nicht mehr der Fall war, als der Dollar ein kurzfristiges Hoch verzeichnen konnte.

Der Auftriebs des Dollar brachte aber gleichzeitig dem Euro ein Abrutschen auf mehr als drei Cent am ersten Handelstag in Deutschland, das letztlich einen Wert von 1,3556 US-Dollar mit sich brachte.

Nach der Jahresabschlussrallye des Euro vermuten die Analysten aber hier nicht nur Zusammenhänge mit der Entwicklung des US-Dollar, sondern auch technische Gründe, die den Absturz begründen. Das neue Jahr bringt frische Risikobudgets mit sich und auch die Investoren starten wieder mit neuen Positionen. Im Moment – also am Jahresanfang – sind es wieder die verstärkten Verkaufspositionen auf den Dollar, die Anleger eingehen. Im Anschluss müssen sie sich dann wieder mit Dollar eindecken. Sind dann irgendwann alle short, dann kann nicht mehr verkauft werden – aber einkaufen müssen irgendwann letztlich alle – und genau hier sehen die Experten eine Logik.

Die Konjunktur der Eurozone lahmt derzeit stark und somit scheint auch seitens der Europäischen Zentralbanken eine weitere Zinssenkung schon fast unumgänglich. So ergibt sich dann möglicherweise auch noch eine weitere Belastung des Euro.

Einige Experten erwarten sogar sehr starke Kursausschläge und so wird der Euro letztlich noch zum Ende der ersten Handelswoche im neuen Jahr bei 1,35 US-Dollar bis etwa 1,45 US-Dollar gesehen.  Die Fortsetzung der Konsolidierung der vorweihnachtlichen Rallye des Euro könnte durch das technische Umfeld damit eine Fortsetzung erfahren.

Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs bereits am letzten Wochenende mit 1,3582 nach 1,3866 Dollar fest. Im Referenzkursverfahren erlebte der Euro damit einen Fall auf 1,3647 Dollar von zuvor 1,3938 Dollar.

Durch die fallenden Preise der US-Staatsanleihen wird auch der europäische Rentenmarkt nun unter Druck gesetzt. Die Kosten für die Wiederbelebung des US-Finanzsystems müssen refinanziert werden und so gehen Analysten von einer starken Ausgabe von neuen US-Anleihen im neuen Jahr aus. Das daraus resultierende Überangebot bringt dann aber wiederum fallende Preise für die Staatsanleihen mit sich. 

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