Für den Schekel bringt die Geopolitik Nachteile

Seine mehrmonatige Phase der Stärke hat der Schekel als Währung in Israel nun schon wieder hinter sich. Seit rund acht Wochen befindet sich die Währung inzwischen wieder in einer defensiven Haltung. Nachdem es Ende Oktober rund 4,7 Schekel waren, die man benötigte, um einen Euro kaufen zu können, liegt der Preis inzwischen schon wieder bei 5,5529 Schekel für den Euro. In Prozenten heißt das, dass der Euro in sehr kurzer Zeit gegenüber dem Schekel um 18 Prozent aufwerten konnte.

Und gegenüber dem Dollar ist der israelische Schekel schon seit Anfang Juli wieder deutlich in der Defensive. Hier ist der Kurs nämlich von zunächst 3,2170 auf letztlich 3,89 Schekel für den Dollar angestiegen. Und so kann der Dollar dann eine Aufwertung gegenüber dem israelischen Schekel von 21 Prozent verzeichnen.

Gegen den Euro hat der Schekel dann in der letzten Handelswoche des Jahres 2,65 Prozent Verlust verzeichnet und gegen den Dollar immerhin noch 1,3 Prozent. Diese Schwäche, die sehr deutlich ausfällt, wird von Experten kurzfristig als die Folge der geopolitischen Turbulenzen erklärt.

Die blutigen Luftangriffe auf den Gazastreifen, die erstmals seit 40 Jahren so heftig ausgefallen sind, haben mindestens 300 Tote und rund 1.000 verletzte Menschen zur Folge gehabt und damit hat sich Israel am letzten Sonntag des Jahres zu einer Bodenoffensive vorbereitet. Somit wurde erstmals seit dem Libanonkrieg, der vor mehr als zweieinhalb Jahren verlief, vom israelischen Kabinett die Einberufung von 6.500 Reservisten geduldet.

Von der isralischen Luftwaffe wurden am Samstag und Sonntag viele Ziele der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen bombadiert.

Die gesamten Entwicklungen führen natürlich auch zu Belastungen der wirtschaftlichen Perspektiven für das Land – und das, nachdem hier schon in den vergangenen Monaten die Folgen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich spürbar angekommen waren.

Das israelische Bruttoinlandsprodukt konnte dann im dritten Quartal des Jahres 2008 nur noch ein Wachstum von 2,5 Prozent verzeichnen, nachdem im zweiten Quartal noch 4,2 Prozent erreicht werden konnten. Die nachlassende Dynamik und auch der reduzierte Preisauftrieb bringen die Zentralbank Israels auf einen Lockerungskurs. Hier wurde der Leitzins dann in insgesamt vier Schritten von 4,25 Prozent, die noch im September galten, auf dann 2,5 Prozent gesenkt. Und der Markt erwartet eine weitere Zinssenkung für die nähere Zukunft.

So verliert die israelische Währung mehr und mehr an Reiz, was durch eine expansive Fiskalpolitik noch unterstrichen wird. So könnte das Budgetdefizit für das kommende Jahr dann letztlich auf 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes reduziert werden.

Auch die Entwicklung des Außenhandels hat sich für Israel in den letzten Wochen deutlich verschlechtert – Überschüsse haben stark abgenommen.

Wen wundert das, wenn rund 35 Prozent der Exporte in die USA gehen und die Wirtschaft dort ja nun auch bekanntermaßen schwach geworden ist?

Die Prognosen für den Schekel sind für die nächste Zeit nicht wirklich positiv, denn die wirtschaftliche Entwicklung und auch die politischen Geschehnisse bringen es mit sich, dass der Schekel in naherer und mittlerer Zukunft eher zur Schwäche als zur Stärke tendieren wird. 

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