Was sind eigentlich die Geheimnisse des Devisenhandels?

Der Devisenmarkt arbeitet allerdings weniger in Bereichen von 1.000 oder mehr Euro. Hier herrschen die kleinen Zahlen. Und so macht es schon einen großen Einfluss, ob der Euro dann nur um einen halben US-Cent steigt, denn ein Anleger kann dann schon einen Gewinn von 2.500 US-Dollar eingefahren haben. Wenn dagegen zum Beispiel der US-Dollar einen Verlust von einem halben Cent hätte, dann wäre genau diese Summe als Verlust zu verzeichnen für den Anleger. Ein Versicherungsschutz gegen solche Verluste besteht am Devisenmarkt nicht, aber es sind reichlich Instrumente vorhanden, um sich gegen Verluste zu schützen – so man sie denn kennt.

Der Anleger hat zum Beispiel die Möglichkeit, eine Grenze zu setzen und bei deren Erreichen eine automatische Verkaufsorder ausgelöst wird. Das wird dann im Fachjargon als Stopp Loss bezeichnet. Und im Umkehrschluss besteht auch die Möglichkeit die Preise zu limitieren, bis zu denen ein Ankauf getätigt werden soll.

Hier ist es dann möglich, die Gewinne größtmöglich ausfallen zu lassen, während die Verluste in überschaubaren Grenzen gehalten werden. Ein sogenannter Stopp Loss kann auch so gestaltet sein, dass er variabel ist, also eine automatische Erhöhung vorgenommen wird, sofern sich die bezeichnete Position noch im Plus befindet. Einen Trend kann man mit diesem Instrument nicht mehr verpassen. Diese Absicherungsinstrumente sind optimal, aber die richtige Strategie für die Spekulation ersetzen sie natürlich nicht.

Und da gilt eben wiederum eine einfache Spielregel. Nämlich nur der, der die Informationen, die der Markt gibt, richtig bewertet, der erlangt auch schließlich Gewinne. Und hier sind es – unabhängig vom Teilnehmer des Devisemarktes und seiner finanziellen Möglichkeiten – immer die Menschen, die den Mittelpunkt des Marktes darstellen. Das ist auch eine Schwäche des Devisenmarktes. Der Computer geht strategisch nach Zahlen und Fakten vor, errechnet verschiedene Szenarien und erteilt daraus resultierende Handlungsanweisungen. Die sind einfach und emotionslos in den Kauf, Verkauf oder das Halten unterteilt. Das nächste Glied der Kette ist schon ein Mensch, nämlich der Broker, der schon subjektive Einflüsse in seine Entscheidungen einfließen lässt. Hier ist es schon eine unterschiedliche Risikobereitschaft, die den Broker – und natürlich auch den Anleger – ausmacht. Und da haben statistische Erhebungen gegeben, dass rund 80 Prozent der Kursentwicklungen, die am Markt stattfinden, aus emotionalen und rein menschlichen Entscheidungen heraus getroffen werden.

Auch wenn sich niemand der menschlichen Einflüsse entziehen kann, ist es letztlich doch notwendig, mit möglichst klarem Kopf und nüchterner Betrachtung der Fakten an den Devisenmarkt heranzugehen.

So sind es zum Beispiel nicht nur die Rohstoffpreise, die die Märkte beeinflussen. Auch die Ängste vor den weiteren Entwicklungen nehmen Einfluss auf die gleichen Entwicklungen. Da sind es dann in sehr impulsiven Zeiten nicht mehr die rationalen Argumente, die den Markt beeinflussen, sondern rein emotionale Entscheidungen. Ähnlich wie bei der Tankstelle, die dann nach einer kurzen Preissenkung von Autos völlig geflutet ist – unabhängig von der rationalen Möglichkeit, dass die Benzinspreise aufgrund von wirtschaftlichen und politischen Hintergründen noch viel weiter fallen könnten.

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