Gerät die Weltwirtschaft jetzt auch durch die OPEC unter Druck?

Die OPEC scheint die Weltwirtschaft herausfordern zu wollen. Oder wie kann man es sonst verstehen, dass die Ölförderung gekürzt werden soll und damit die ohnehin schon auf wackligen Füßen stehende Weltwirtschaft so richtig zum Einsturz kommt?

Was das Ölkartell an die Öffentlichkeit bringt, macht nicht sehr viel Hoffnung. Die Mitglieder stehen nämlich einheitlich hinter einer deutlichen Verknappung des Ölangebotes. Das ließ zumindest der OPEC-Präsident schon bekannt werden. Und für Ökonomen ist diese Nachricht dann eher grauenhaft, weil das doch dann noch das reine Gift für die ohnehin schon gebeutelte Wirtschaft ist.

Sind vielleicht sogar die Rekordpreise aus dem letzten Sommer der Auslöser für diese Rezession, in der die Welt derzeit steckt?

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden sowohl OPEC als auch Russland dann die Ölproduktion in einem gemeinsam koordinierten Schritt reduzieren. Die Kürzung könnte bis zu zwei Millionen Barrel betragen und wenn man bedenkt dass ein Barrel jeweils 159 Liter ausmacht, lässt sich das Ausmaß der Kürzung schnell erkennen. Diese Kürzung ist übrigens für die tägliche Produktion vorgesehen!

Von Russland wird eigentlich schon völlig selbstverständlich die Beteilung an der Kürzung erwartet. Allerdings will Russland die Kürzung der Ölproduktion nicht ganz so drastisch angehen. Hier ist von 200.000 bis 300.000 Barrel am Tag die Rede. Und auch Russland hat großen Einfluss, denn nach dem OPEC-Mitglied Saudi Arabien ist Russland der weltweit zweitgrößte Ölproduzent.

Auf dem Industrie- und Handelskammertag wurden erste Prognosen für die Ölpreise im Jahr 2009 angestellt. Dort wurde ein Ergebnis bekannt, dass bei einem durchschnittlichen Ölpreis von 65 Dollar liegt. Und ein solcher Preis würde die Volkswirtschaft im Vergleich zum Jahr 2008 um rund 27 Milliarden Euro entlasten, weil der Ölpreis in 2008 bei 40 bis 150 Dollar pro Barrel lag.

Konjunkturexperten befürchten, dass steigende Ölpreise, die sich aus einer Kürzung der Produktion ergeben, das Licht am Ende des Tunnels der deutschen Konjunktur schnell zum Erlischen bringen könnte. Durch die zunächst gesunkenen Preise wurde die reale Kaufkraft nämlich erheblich gestärkt.

Was die OPEC in aller Härte wirklich bewirken kann, das ist aber nicht völlig klar. Schon im Oktober wurde von der Organisation bereits eine Kürzung beschlossen, die sollte 1,5 Millionen Barrel täglich bedeuten. Nach Angaben der OPEC wurde die Kürzung dann auch tatsächlich zu einem Viertel real umgesetzt.

Aber damit konnte der Preisverfall letztlich nicht aufgehalten werden. Seit dem Juli 2008, als der Ölpreis bei 147 Dollar lag, ist der Preis inzwischen deutlich gefallen – nämlich um 100 Dollar.

Und Experten meinen sogar, dass der niedrige Ölpreis eine Folge der Konjunkturaussichten weltweit sei. Weil eben ohnehin kein Licht erkennbar ist in der Konjunktur, wird der Ölpreis möglicherweise ohnehin niedrig bleiben, weil nach Nordamerika und Europa jetzt nämlich auch die chinesische Konjunktur einen Einbruch erlebt. China hatte im vergangenen Jahr die stärkste Ölnachfrage weltweit.

Die wichtigen Organisationen im Bereich Öl, also die OPEC, die Internationale Energie-Agentur und auch das US-Energieministerium – sind einhellig der Meinung, dass erstmalig seit 25 Jahren die Ölnachfrage in 2008 geschrumpft ist. Auch in 2009 wird die Nachfrage nach Meinung der Organisationen weiter sinken.

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