Werden die Banken zum Supermarkt in Aktien?

Von der WestLB Bank werden schon Aktionswochen ausgerufen, die stark an marktschreierische Angebote an Aktionsständen in Supermärkten erinnern. Wird die Bank damit in Zeiten der zögerlichen Käufer zum Supermarkt, der Aktien vertreibt?

Die Vertrauens- und damit Absatzkrise soll beendet werden und so will die WestLB Bank diesem Misstrauen auch mit klaren Vertriebsstrategien entgegentreten. Die Mittel des Marktes werden dabei gründlich ausgeschöpft.

Aktionswochen in der Bank werden dann wohl das Ergebnis sein, das als absolut probates Mittel genutzt wird, um den Absatz der Papiere anzutreiben. Wie im Supermarkt wird dann die Ware ausgestellt – gut sichtbar und mit Preisschild versehen. Dazu kommt dann noch das Versprechen, das natürlich alles ab jetzt immer so verbraucherfreundlich günstig wird. So sollen dann letztlich die Einnahmeverluste durch Sonderangebotspreise – also durch Preisverluste – durch die erhöhte Anzahl im Absatz ausgeglichen werden.

Die WestLB will jedenfalls ganz gezielt die Absatzförderung angehen, um damit dann den Verkauf von Zertifikaten deutlich anzukurbeln. Und die Nachrichtenagentur Dow Jones ist bereits damit beauftragt, die Nachricht zu verbreiten, dass die WestLB Aktionswochen auch Gewinne von iPods nach sich ziehen. Eine echte Werbeaktion also, wie sie auch Supermärkte betreiben, um Produkte bekannter zu machen und deren Vertrieb anzukurbeln.

Die Landesbank macht so Publikation für das „Zertifikate Monitor“, in der nach Angaben der WestLB monatlich wichtige Informationen um Zertifikate zu finden sind – also auch eine Gesamtübersicht über alle Zertifikate, die WestLB anbietet.

Für die Verbreitung der Information ist die Nachrichtenagentur Dow Jones zuständig – dahinter steht sie offenbar nicht so ganz. So distanziert man sich von Inhalten der Werbung ganz klar bei der Nachrichtenagentur und lässt wissen, dass es sich hier um eine Mitteilung der WestLB handelt, auf deren Inhalte von der Agentur keine Einflüsse genommen werden und die der Emittent ganz allein trägt.  

Die Werbemaßnahmen machen ziemlich deutlich, dass es der Branche wirklich schlecht geht. Wenn Emittenten ihre Zertifikate bereits marktschreierisch und mit Sonderangeboten belegt unter das Publikum streuen, dann heißt das nur, dass der Markt mehr als dringend angekurbelt werden muss. Und es geht wohl auch nicht um eine Absatzflaute, die eine große Bank eben einmal aussitzen kann. Hier handelt es sich scheinbar um eine richtige und tiefe Krise, aus der mit den bisher üblichen Mitteln nicht herausgefunden werden kann.

Der Markt der Zertifikate ist massiv geschrumpft und allein im Oktober war eine Reduzierung von 18 Prozent notiert worden. Das sind die Informationen, die der Deutsche Derivate Verband regelmäßig herausgibt. Derzeit haben die Deutschen noch rund 68 Milliarden Euro investiert in die Papiere.

Aber auch bei einer Nachfrage nach Zertifikaten haben sich die Prioritäten verschoben, denn jetzt sind es die Garantiezertifikate, die stark gefragt sind. Von denen erhält der Käufer durch den Emittenten nämlich das Versprechen, dass hierbei zum Ende der Laufzeit zumindest das eingesetzte Kapital zur Auszahlung gelangt. Diese Garantie hat natürlich ihren Preis. Und auch nicht jede Garantie tut noch uneingeschränkt ihre Wirkung. Bei den sogenannten Discount-Zertifikaten, bei denen die Risiken für den Anleger seitens des Emittenten begrenzt werden, erlebte im Oktober des Jahres sogar einen Einbruch, der bei gut 30 Prozent lag.

Zudem müssen sich Emittenten ständig den Vorwürfen stellen, dass Anleger Produkte zu überhöhten Konditionen angeboten bekommen. Und erst seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers in den USA, die sich als sehr strebsamer Emittent von Zertifikaten auf dem deutschen Markt zeigte, haben die Anleger ein Bewusstsein dafür bekommen, dass sie durch den Kauf der Produkte Gläubiger der Bank werden. Der Insolvenzfall heißt dann, dass Anleger sich in die Reihe der Gläubiger stellen müssen, um im günstigsten Falle ihr Geld zurück zu bekommen.

Teile und hab Spaß Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG