Die US Börse bringt dem Dax die Talfahrt

Während die Arcandor-Aktien riesige Verluste einfahren und ins Minus rutschen, gelangt der Euro zeitweilig sogar auf 1,37 US-Dollar. So ist die Hoffnung der Anleger am deutschen Aktienmarkt weiterhin beständig, dass die US-Wirtschaft, die vor sich hin schwächelt, nun irgendwann greifende Staatshilfen erhält. Allerdings profitierte der Dax von diesen Entwicklungen nur für kurze Zeit und musste letztlich die Gewinne im Verlauf des Handels wieder abgeben.

Und so lag das Börsenbarometer dann zum Abschluss des Handel 0,3 Prozent leichter und damit bei insgesamt 4,654 Punkten. Allerdings waren auch die US-Börsen nach einem zunächst behaupteten Handelsstart dann in dem Minusbereich hineingerutscht. Und die Nebenwerte-Indizes mussten auch von ihrem Tageshoch zurückkehren und so stand der M-Dax nur noch bei 0,5 Prozent im Plus bei 5.267 Zählern, während der DecDax mit 0,3 Prozent und 453 Punkten unter den Stand des Vortages rutschte.

Hoffnung besteht offenbar noch weiterhin am Markt, dass die US-Autobauer ihre angeschlagene Situation noch retten können – zumindest begrünen die Händler am Markt so die anfänglichen Aufschläge.

Berichte sagen, dass Barack Obama in seinem Amt als US-Präsident den Umfang des Konjunkturpaketes für die Rettung der US-Wirtschaft merklich ausweiten möchte. Und Obama soll auch bereits aufgrund der Verschlechterung ein zweijähriges Programm geplant haben, das dann Kosten mit sich bringt, die in den Billionen Dollar Bereich fallen.

Die Investoren wiederum rechnen stark damit, dass auf die Krise seitens der US-Notenbank mit weiteren starken Zinssenkungen reagiert wird.

Durch das abgelehnte Hilfsprogramm hängt der Fortbestand vom General Motors, Ford und auch Chrysler nun wirklich am sprichwörtlichen seidenen Faden. Obwohl US-Präsident George W. Bush die Hoffnung auf ein Rettungspaket bis zuletzt dämpfte, wollte diese Entscheidung dann wohl doch niemand so richtig wahrhaben? Und auch eine unmittelbare weitere Entscheidung wird wohl auf sich warten lassen.

Die Händler hoffen weiter darauf, dass seitens der Politik Hilfe kommt und die US-Konzerne nicht mehr lange im Regen stehen müssen oder gar den kompletten Zusammenbruch erleiden müssen.

Da sind den Anlegern momentan doch die Rentenwerte deutlich lieber, was den Bund-Future schon auf eine Steigerung um 83 Tick ´s auf nunmehr 122,40 Punkte kommen ließ. Und der Euro stieg am Devisemarkt seit zwei Monaten zum ersten Mal wieder über eine Marke von 1,37 US-Dollar – allerdings musste er später wieder auf 1,3655 Dollar nachgeben.

Infineon konnte sich an die Dax-Spitze behaupten mit einem Aufschlag auf 0,665 Euro, was 2,3 Prozent ausmachte. Und die Bereitschaft des Chip-Herstellers wurde nun auch signalisiert, dass man sich mit 50 Millionen Euro an der Rettung der Tochter Qimonda beteiligen wolle.

Nicht wirklich begeistert waren die Anleger von MAN, dass der Konzern nun Planungen hat, das Geschäft mit Bussen und schweren Nutzfahrzeugen in Brasilien von VW zu übernehmen. So nahm die MAN-Aktie dann ihren Dreh ins Minus und einen Verlust von 7,5 Prozent. Damit lag sie dann bei 32,61 Euro. Insgesamt ist die Produktion in der aktuellen Situation der Autobranche eher der Klotz am Bein, empfinden Händler.

Siemens-Aktien ziehen ihre Profite aus den Berichten, dass die Schmiergeldaffäre hier wohl bald beendet sein wird und so konnte der Titel in der Spitze dann um 4,5 Prozent anziehen – allerdings fand auch eine Drehung statt, die den Verlauf ins Minus brachte. Siemens hat aber informiert, dass die Untersuchungen in der Schmiergeldaffäre vor dem Abschluss stehen.

 

Teile und hab Spaß Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG