Die Stimmung der Investment Relations-Verantwortlichen sinkt

Die Krise des Finanzmarktes drückt auch auf die Stimmung der IR-Verantwortlichen, die in Deutschland, der Schweiz und Österreich aktiv sind. Und die starken Turbulenzen, die aktuell über den Aktienmarkt hinweggehen, werden von diesen dann auch als beispiellos schlecht bezeichnet.

Das sind zumindest die Ergebnisse, die sich aus dem sogenannten DIRK-Stimmungsbarometer für den Herbst 2008 ergeben, und das durch die GfK – beauftragt durch den Deutschen Investor Relations Verband – durchgeführt wurde.

Der DIRK-Stimmungsindikator liegt danach nach aktuellen Bewertungen bundesweit bei minus 15 Punkten. Diese Erhebungen wurden beginnend im Jahr 2004 durchgeführt und seither waren die Ergebnisse immer positiv. Noch Anfang 2007 konnte ein historisches Hoch dieser Bewertung verzeichnet werden und das lag – natürlich im positiven Bereich – bei sensationellen 63 Punkten.

Entspannung wird von den IR-Verantworlichen für die kommenden Monate nicht erwartet. Die Einschätzung der Lage in der Zukunft bzw. der Stimmung liegt dann mit einem Minuspunkt unter dem Ergebnis, das die Befragung aus dem Frühjahr 2008 brachte. Und auch das Bild in der Schweiz und in Österreich ist ähnlich negativ geprägt. Insgesamt musst die durchweg positive Einschätzung nun einer neutralen Bewertung weichen.

So sind auch die Unternehmen bedingt durch die Veränderungen, die sich in den Rahmenbedingungen ergeben haben, dazu gezwungen, die Jahresprognosen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung einer Anpassung zu unterziehen.

Leider ist es dazu so, dass Anpassungen nach unten schon starke Kursverluste mit sich bringen. Dagegen sind Abweichungen nach oben nur mit geringer Beeinflussung des Aktienkurses behaftet.

Aber die Prognose ist eben ein wichtiger Teil einer transparenten Berichterstattung. Und die gibt nicht nur die Richtung für die Unternehmen vor. Sie ist auch eine bedeutenden Grundlage für Analysten und Finanzgeber im Hinblick auf ein verlässliches Anlageurteil. Bundesweit ist es tendenziell so, dass rund 86 Prozent aller Unternehmen ihre Prognosen auf Jahressicht abgeben.

Aus Österreich und der Schweiz ist da größere Vorsicht zu verzeichnen, denn hier gaben vor zwei Jahren in Österreich noch rund 80 Prozent der Unternehmen ihre Prognosen ab, während ihre zahl inzwischen auf 65 Prozent gesunken ist. Und in der Schweiz hat sich der Anteil der berichterstattenden Unternehmen von 75 Prozent auf nunmehr 60 Prozent reduziert.

Und weiterhin ist zu verzeichnen, dass sich Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum auch hinsichtlich der Veröffentlichung anderer Kennzahlen inzwischen sehr zurückhaltend zeigen. So sind es dann in Deutschland 45 Prozent der Unternehmen, die eine Prognose abgeben, die dann aber keine weiteren Kennzahlen veröffentlichen. In Österreich sind es 42 Prozent der prognostizierenden Unternehmen, die keine weiteren Kennzahlen nutzen und in der Schweiz  sogar 60 Prozent dieser Unternehmen, die über die Prognose hinaus keine weiteren Kennzahlen stellen. 

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