Schwierige Zeiten für Häuslebauer

Zahlen jetzt die privaten Kreditnehmer für die Finanzkrise?

Das kann vermutet werden, wenn man die Verläufe im Kreditgeschäft beobachtet. Da ist es für den privaten Kreditnehmer nämlich inzwischen ein richtig teurer Spaß geworden, in die eigenen vier Wände einzuziehen und für manch einen Immobilienbesitzer könnte der Traum von den eigenen vier Wänden dann aufgrund der neuen Entwicklungen im Zinsmarkt zerplatzen.

Gerade wenn Finanzierungen im Bereich von 80 Prozent für Immobilien angestrebt werden, weil eben nicht ausreichend Eigenkapital vorhanden ist, kann der Hausbau dann für einige Bankkunden ein unerreichbarer Traum werden.

Die Banken versuchen hier beruhigende Informationen zu streuen, indem sie informieren, dass wirklich solide Schuldner auch weiterhin die Finanzierung problemlos erzielen können. Aber zu welchem Preis?

Auch die Banken haben derzeit Probleme, sich Geld zu beschaffen. Und die privaten Darlehenskunden müssen dann die Situation, die sich für sie dann noch schwieriger zeigt, schultern. Auch wenn die Tendenz bei den Zinsen einen Richtungsverlauf nach unten zeigt – Verbraucher, die Schulden machen müssen oder wollen, müssen sich in die Taschen greifen lassen – deutlich tiefer als bisher.

Schon der Überziehungskredit auf dem Girokonto ist teurer geworden – und da handelt es sich oftmals nur um wenige Hundert Euro, die dann finanziert werden wollen. Der Verlauf geht dann über die Konsumentenkredite bis hin zur Baufinanzierung kontinuierlich teurer weiter.

Der Hypothekenzins liegt aktuell bei 5,11 Prozent – bei einer Laufzeit von zehn Jahren während für die gleiche Laufzeit und Summe vor wenigen Wochen noch lediglich 4,9 Prozent Zinsen fällig waren. Interessant ist bei diesem Anstieg zu dem, dass zehnjährige Staatsanleihen in ihren Renditen von 4,25 Prozent auf 3,95 Prozent um somit 30 Basispunkte gesunken sind. Die Ausweitung der Zinsaufschläge im Vergleich zu Staatstiteln hat somit eine Ausweitung um 0,5 Prozentpunkte erfahren und so liegen die Kosten für die Kredite 1,16 Prozentpunkte über der Staatsanleihe. Das waren vor kurzem noch Werte, die bei 0,5 bis 0,7 Prozentpunkten lagen.

Wenn ein Schuldner nun 500.000 Euro aufnimmt, kann er daraus resultierend mit Mehrkosten von 2.500 Euro jährlich rechnen. Für einen künftigen Hausbesitzer, der schon vorher mit dem Cent rechnen musste, dann manchmal eine Kostenerhöhung, die einfach nicht mehr zu schultern ist. Und da heißt es dann für viele: Traum vom Haus – ade.

Die Rahmenbedingungen der Kapitalmärkte haben sich verändert und damit steigen die Kreditkosten. Während Liquidität früher eine Selbstverständlichkeit war, ist die jetzt eine echte – und teuer bezahlte – Mangelware.

Wenn Banken sich in der aktuellen Phase noch Geld untereinander leihen, dann nur zu immensen Zinssätzen. Und die Zurückhaltung bei der Kreditvergabe bekommen auch private Darlehensnehmer dann zu spüren. Die Angst vor dem Kreditausfall geht um. Wenn dann Geld verliehen wird, müssen auch die privaten Darlehenskunden richtig hohe Zinssätze zahlen. Die Hypo Real Estate mit ihren Liquiditätsengpässen ist ein lebendes Beispiel für die Banken, hier Vorsicht walten zu lassen.

Da heißt es dann auch für die potentiellen Immobilienbesitzer viel bezahlen oder leer ausgehen. Und vielen ist eben hier die Wahl durch die begrenzten finanziellen Möglichkeiten nicht mehr gegeben, denn auch der Arbeitsmarkt ist nicht mehr wirklich sicherer Faktor.

Wer dann für den Immobilienkauf nicht viel Eigenkapital aufbringen kann, muss schon aufgrund der hohen Kosten vom Hauskauf oder –bau Abstand nehmen.

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