Die Norddeutsche Landesbank in der Finanzkrise

Die Norddeutsche Landesbank will nun als erste deutsche Bank in der Finanzkrise ihre Bilanzen säubern – mit Hilfe einer Auffanggesellschaft. Damit wollen die Firmenchefs unterbinden, dass Risikoanlagen dann die Bank in ihrer Gesamtheit belasten.

Die Risikoanlagen sollten von der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank ausgelagert werden. Damit soll dann die Bilanzsumme auf 150 Milliarden Euro gesenkt werden. Die Bank informiert die Öffentlichkeit, dass durch eine Refinanzierung der Bank dann nachhaltig erreicht werden soll, dass sie wieder eigenständig auf gesunden Beinen steht. Das sind zumindest die Informationen, die der Aufsichtsrat nach außen gibt.

Zum Abschluss des ersten Halbjahres 2008 hatte die Landesbank eine Bilanzsumme, die bei 204 Milliarden Euro lag. Inzwischen wurden 30 Milliarden Euro Garantien vom Staat in Anspruch genommen.

Jetzt ist geplant, Risikopositionen in eine externe Auffanggesellschaft auszulagern – und das in einer Höhe von ungefähr 50 Milliarden Euro. Die Bilanz der Bank soll so vor potentiellen Abschreibungen geschützt werden und zudem die Kernkapitalquote der Landesbank dann auf mindestens acht Prozent erhöht werden.

Das 24 Milliarden Euro umfassende Kreditersatzgeschäft soll dann – wenn man Zeitungsberichten Glauben schenkt – ausgelagert werden in Sondergesellschaften. Und auch amerikanische Immobilien-, asiatische Firmen- sowie das gesamte Leasinggeschäft der Bank müsse zudem ausgelagert werden. Wie dann die ausgelagerten Anlagen abgesichert werden sollen, das steht aber noch nicht fest.

Bei allen Bestrebungen ist es Bedingung, eine Erhöhung der Kernkapitalquote anzustreben – denn hierdurch sollen Staatsgarantien erhalten werden. Und jetzt hat die Landesbank eine zeitliche Frist bis Ende Februar 2009, um dann ihr Sanierungskonzept zu präsentieren. Mitte Dezember will der Aufsichtsrat der Bank zusammentreffen um dann über die erforderlichen Maßnahmen ausgiebig zu beraten.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2008 hat die Landesbank Verluste in Höhe von 360 Millionen Euro überstehen müssen. Und die Situation auf den internationalen Finanzmärkten macht für das letzte Quartal des Jahres 2008 wohl wenig Hoffnung. Da sind dann tendenziell weitere Belastungen zu erwarten.

Die Landesbank ist übrigens mit 30,4 Prozent im Besitz der Stadt Hamburg und zudem mit 29 Prozent in Besitz des Landes Schleswig Holstein. Dann ist da noch der Sparkassen- und Giroverband, der noch einmal 13 Prozent Anteile hält. Ungefähr 26 Prozent der Anteile an der Bank sind dann noch in Händen von Investoren.

Auf die weiteren Entwicklungen bei der Bank darf man gespannt sein.

 

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